Jugendliche reden oft wenig und wenn sie reden, dann scheinbar im falschen Moment, im falschen Ton oder gar nicht. Türen knallen, Rückzug, Schweigen oder plötzliche Ausbrüche gehören für viele zum Alltag im Zusammenleben mit jungen Menschen. Gleichzeitig wächst auf beiden Seiten das Gefühl, einander nicht mehr zu erreichen.
Dieser Vortrag beschäftigt sich mit den Fragen,
•warum Kommunikation mit Jugendlichen so häufig scheitert, obwohl das Bedürfnis nach Beziehung auf beiden Seiten vorhanden ist,
•was in dieser Lebensphase innerlich und äußerlich
passiert und
•warum Sprache sich verändert, Abgrenzung notwendig
wird und Schweigen oft mehr sagt als Worte.
Es geht um Entwicklungsprozesse, um Autonomie, um Überforderung und um den inneren Spagat zwischen Nähe und Distanz. Jugendliche ziehen sich nicht zurück, weil sie keine Beziehung wollen, sondern weil sie eine andere brauchen. Eine, die Kontrolle reduziert, ohne Halt zu verlieren.
Der Vortrag macht verständlich, warum gut gemeinte Gespräche ins Leere laufen können und warum Zuhören manchmal wirksamer ist als Erklären. Es geht um Haltung, um Timing und um die Fähigkeit, Spannungen auszuhalten, ohne sofort reagieren zu müssen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Verbindung auch dann möglich bleibt, wenn Kommunikation schwierig wird: Nicht durch perfekte Sätze, sondern durch Präsenz, Klarheit und die Bereitschaft, Entwicklung nicht zu beschleunigen.